Ein Sommernachtstraum (Szentivánéji álom) – Premiere der DBU am 21. Februar 2014

Endlich wieder Theater! Und was für welches! 

Am 21. Februar 2014 war es endlich soweit: Die DBU präsentierte die Premiere von Shakespeare’s „Ein Sommernachtstraum”. Beim Eintritt in den kleinen Saal wurde die Vorfreude der Zuschauer bereits beim Anblick der herrlichen Kulisse gesteigert. Blau-bunte transparente Bilder und ein kühles Licht machten den Blick auf die Bühne bereits zu einem Erlebnis. Hinter dieser konnte man Lachen und Fluchen vernehmen. Schnell füllte sich der Zuschauerraum und das Stück begann.

Die Eröffnungsszene zeigt Theseus, den Herzog von Athen (humorvoll und überzeugend gespielt von Michael Kehr) und Hyppolita, die Königin der Amazonen (gespielt von Christiane Heller). Die Hochzeit der beiden steht kurz bevor. Bald stoßen die Athener Egeus (gespielt von Károly Sili), dessen Tochter Hermia (Caroline Schneider) und ihr Liebster Lysander (Raphael Köb) dazu. Der Streit um die Vermählung Hermias entbrennt und der Herzog von Athen beschließt schließlich, dass diese Demetrius (Horgász Dezső) heiraten soll, der bei ihrem Vater Egeus bereits um ihre Hand angehalten hatte. Hermia will ihn nicht heiraten, da sie Lysander liebt und Demetrius vor ihr schon mit Helena (Ildikó Frank), ihrer Freundin, verlobt war. Theseus gibt der jungen Frau vier Tage für ihre Entscheidung: Entweder soll sie Demetrius heiraten oder aber ein Leben in einem Nonnenkloster leben beziehungsweise sterben. 

Die Verzweiflung der Liebenden ist groß, doch sie schmieden einen Plan: Des Nachts wollen sie aus Athen fliehen. Helena verrät die geplante Flucht an Demetrius, den sie anhimmelt und sich von ihm Dankbarkeit und erwiderte Gefühle erhofft.

In der nächsten Szene sieht man Athener Schauspieler (Zettel: Robert F. Martin, Flaut: Tom Pilath, Schlucker: Károly Sili) beim Kartenspiel, die Besuch von Petra Squenz (Kata Lotz) erhalten. Diese berichtet ihnen von einem neuen Stück, „Pyramus und Thisbe”, das sie bis zur Hochzeit Theseus’ einstudieren wollen. Nach kurzer Zurückhaltung gegenüber der Intensität des Spiels von Robert F. Martin gewinnt er das Publikum für sich und der Zuschauerraum ist von hellen Lachern erfüllt. Die Schauspieler klären die Rollenverteilung und besprechen eine Probe im nahen Wald für die folgende Nacht.

Doch nicht nur die jungen Liebenden und die Schauspieler streifen in dieser Nacht im Wald herum. Auch der Elfenkönig Oberon und seine Frau Titania, die Königin der Elfen, erscheinen auf der nunmehr weiß-verträumt geschmückten Bühne. Sie streiten sich um ein Menschenkind, das sie in ihr Gefolge aufnahmen und das Oberon für sich beansprucht. Puck (entzückend gespielt von Raul Ionescu), der Elfenjunge, hilft Oberon Titania einen Streich zu spielen: Der Nektar einer bestimmten Blume, die einst von Amors Pfeil getroffen wurde, bringt die Elfenkönigin dazu, sich in den Nächstbesten zu verlieben, der ihr begegnet. Aber Oberon beobachtet nicht weit von dieser Stelle den entbrandten Streit der jungen Athener. Also gibt er Puck den Auftrag, die Augen dessen mit dem Nektar zu benetzen, der vor einer jungen Athenerin verfolgt wird. Leider verwechselt Puck Lysander mit Demetrius, sodass Hermia allein im Wald aufwacht. Lysander hat sie auf der Suche nach Helena, in die er nun verliebt ist, verlassen.

Während das arme Mädchen weinend und verzweifelt nach ihrem Liebsten sucht, beginnt die Probe der Schauspieler für das Stück „Pyramus und Thisbe”. Der freche und listige kleine Puck verwandelt den Kopf Zettels in einen Esel. Die darauffolgenden Minuten sind von lauten Lachern erfüllt, die aus dem Publikumssaal zur Bühne heraufklingen. Der Esel wird so herrlich, witzig und charakteristisch gespielt, dass der Zuschauer mit den Tränen kämpfen muss, als schließlich Titania aufwacht und sich auch noch in ihn verliebt. Die Komödie ist in vollem Gang!

Verwicklungen entstehen, der Nektar zeigt seine Wirkung. Lysander rennt Helena hinterher, Hermia versteht die Welt nicht mehr und die Elfenkönigin ist in einen Esel vernarrt…

Oberon löst den Spuk in Luft auf, indem er Puck (der während des Stücks zum Publikumsliebling mutiert, da er nicht nur wunderbar listig und gewitzt ist, Gestik und Mimik für sein junges Alter hervorragend einzusetzen weiß, sondern auch ein sehr niedliches Deutsch spricht) befiehlt, alles rückgängig bzw. Demetrius in Helena verliebt zu machen. So erwachen schließlich alle und sind glücklich (und) verliebt.

Die letzte Szene sorgt für Bauchmuskelkater: Die Schauspieler aus Athen führen bei der Hochzeit von Theseus und Hyppolita ihr Stück auf. Alle Teilnehmer: Pyramus, der Löwe, die Wand und Thisbe erweisen sich als schlechte Schauspieler, doch spielen sie mit einer Hingabe, Demut und Freude am Spiel, dass sie die Sympathie des Hofstaates für sich gewinnen können. Große Künstler der Kömödie stecken wiederum in denen, die diese Figuren zum Leben erweckt haben: Die Schauspieler der DBU zeigen in dieser letzten Szene alles, was eine gute witzige Szene braucht. Das Publikum lacht mit Theseus und seinem Hochzeitsstaat.

Der Beifall aus dem Saal ist ehrlich und kräftig, obgleich er auch länger hätte sein können. Das Bühnenbild war (wie immer) kreativ und anspruchsvoll. Während des Umbaus tanzten die Kulissen Walzer, was einmal mehr die Spielfreude der Schauspieler und Regieleute unter Beweis stellt.

Besonders bunt wird die Produktion durch den Wechsel zwischen shakespearischer Sprache (Athener, Elfen) und modernem Deutsch (Schauspieler). Dem ein oder anderen Zuschauer schlägt beim Hören einiger Reime und Weisheiten des großen englischen Meisters das Herz schneller…

Das Ensemble unter der Regie von Florin Gabriel Ionescu hat an diesem Abend eine Glanzvorstellung gegeben, die es wert wäre, noch einmal besucht zu werden. Allein schon, um mal wieder richtig herzlich zu lachen.

Danke an die, die viel Herzblut und Freude in diese tolle Vorstellung gesteckt haben. Den „Sommernachtstraum” sollte man unbedingt gesehen haben!

Fotogalerie

Besetzung:

THESEUS –  Michael Kehr
HIPPOLYTA  – 
Christine Heller
PHILOSTRAT –  Raul Ionescu
EGEUS –  Károly Sili
LYSANDER – 
Raphael Köb
DEMETRIUS –  Dezső Horgász
HELENA – 
Ildikó Frank
HERMIA – 
Caroline Schneider
OBERON – 
Michael Kehr
TITANIA – 
Christine Heller
PUCK –  Raul Ionescu
ZETTEL (Pyramus) – 
Robert Martin
FLAUT (Thisbe) – 
Tom Pilath
SQUENZ, Wand, Mond  – 
Kata Lotz
SCHLUCKER, Löwe – Károly Sili

REGIE: Florin Gabriel Ionescu

Weitere Informationen zum Stück und zum Spielplan der DBU finden Sie hier.

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