Mascha Kaléko: Herbst-Melancholie

(Ich möchte euch eines meiner Lieblingsherbstgedichte vorstellen. Meiner Meinung nach ist es einfach perfekt, anders kann ich es nicht ausdrücken. Die bedrückende Stimmung wird von der Eleganz und der Schlüssigkeit der Zeilen weggespült – zumindest geht es mir so. Lasst euch von den Worten der Kaléko die Seele verzaubern…)

—–

Mir welkt kein Garten.
Ich habe keinen.
Kein Haus, durch das Oktoberwinde weinen.
Mir tut das schwärzeste Gewölk nicht weh,
Weil ich so selten nur den Himmel seh.

Ich ziel nicht mehr auf goldne Himmelssterne.
Mich tröstet eine kleine Gaslaterne.
Mich täuscht kein Glück, enttäuscht kein Warten.
Mich schmerzt kein Herbst,
Mir welkt kein Garten…

—–

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