CV einer Auswanderin

Mein Name: Immer noch ich.
Mein Geburtsdatum: Ein Tag mit Schneesturm.
Meine Nationalität: Doppelte Glücksbürgerin.
Mein Land: Zweite Heimat.
Meine Sprache: Gar nicht mehr Fremd-.
Mein Glauben: Verwurzelt.
Meine Identität: Mensch mit Flügeln.

Zu Besuch

Unterm Giebel knirschen nachts
der Kindheit bunte Bilder.
Ein windgehauchtes Abendlied
treibt Glockenklang herüber.

Im Dunkel schwarz und ganz erhaben
thront über mir dies Dach,
das Sturm und Hagel stets getrotzt.
Wie oft lag ich hier wach…

… und träumte von der weiten Welt,
von Freiheit, Liebe, Glück.
Und kann wohl sehen, von alledem
ist dieses Haus ein Stück.

Unterm Giebel knirschen nachts
der Kindheit bunte Bilder.
Von altbekannten Düften trunken
schlaf ich ein, mal wieder.

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An alle Vertriebenen dieser Welt: „Überfahrt“ von Mascha Kaléko

Wir haben keinen Freund auf dieser Welt.
Nur Gott. Den haben sie mit uns vertrieben.
Von all den Vielen ist nur er geblieben.
Sonst keiner, der in Treue zu uns hält.

Kein Herz, das dort am Ufer um uns weint;
Nur Wind und Meer, die leise uns beklagen.
Laß uns dies alles still zu zweien tragen,
Daß keine Träne freue unseren Feind.

Sei du im Dunkeln nah. Mir wird so bang.
Ich habe Vaterland und Heim verlassen.
Es wartet so viel Weh auf fremden Gassen.
Gib du mir deine Hand. Der Weg ist lang.

Und wenn das Schiff auf fremder See zerschellt,
wir sind einander mit dem Blut verschrieben.
Wir haben keinen Freund auf dieser Welt.
Es bleibt das eine nur: uns sehr zu lieben.

Mascha Kaléko (1945)

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Foto „Einsamkeit “ von Lukas_Ka

Im Osten nichts Neues

Im Osten nichts Neues.
Kleine Frau, was nun?
Ungarn: Ein Sommermärchen –
viel Seele, viel Illusion.

Auch im Zug nichts Neues.
Schlaf nur, mein Kind,
wir fahren und ziehen
mit heißem Steppenwind.

Sein zwischen dort
und leben zwischen hier –
gottgegebene Stunden
gleichen brennendem Papier

doch nicht kalte Asche
umsäumt meinen Weg,
sondern funkelnde Gluten
aus gelebtem Glück.

Im Osten nichts Neues.
Alt bleibt die Zeit.
Ungarn: Ein Wintermärchen –
Geträumte Wirklichkeit.

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„Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg.“ – Buddha

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Heimweh

Ich bekomme Heimweh, wenn ich weiß, wann ich nach Hause fahren werde.
Das ist eine seltsame Sache, denn man könnte ja auch Heimweh bekommen, wenn „einem nun Mal so ist”. In meinem Fall „ist mir so”, wenn mich von daheim nur noch ein paar Tage trennen.
Ich habe, wenn es warm ist, nie Heimweh, nur wenn die Tage kürzer und die Nächte kälter werden. Das muss mit meinem Geburtstag und dem heimatlichen Advent zusammen hängen, schließlich war diese Zeit für mich als Kind die schönste. Seit diesen Tagen singe ich in jeder Vorweihnachtszeit täglich einmal alle Lieder durch, die ich kenne, nur um sie zu ehren und zu üben, damit ich auch ja keine Strophe vergesse. Das tue ich mit einem kindlichen Fleiß, obwohl ich dem Christkind oder dem Weihnachtsmann schon seit vielen Jahren nichts mehr vortragen muss.
Zu den mir liebsten Gesängen gehören „Sind die Lichter angezündet”, „Tausend Sterne sind ein Dom”, „Es ist ein Ros entspruchen”, „Maria durch ein Dornwald ging” und „Vom Himmel hoch, da komm ich her”. Aber wenn ich ehrlich bin, würde ich die Aufzählung gern weiterführen… Diese Lieder singe ich für mich und für das Kind in mir, das ich mit mir trage auf meinen neuen Wegen. Ich singe sie genau so, wie damals, habe zu den Tönen und Klängen die haargenau gleichen Bilder im Kopf.
Das ist für mich Weihnachten. Die Bilder zu diesen Liedern, die mir die Kindheit geschenkt und meine Seele bewahrt haben.
Auf einem Chorkonzert am Sonntag war ich in der katholischen Kirche in Zomba, nicht weit von meinem Dorf, mit dem Medinaer Chor. Ich saß noch nicht ganz in meiner Bank, als ich die Auftrittsliste bekam. Erster Teilnehmer: Donauschwäbischer Chor „Sonnenblume”. Wir würden erst an siebter Stelle singen. Noch während ich mir Gedanken darüber machte, ob wir während des ersten Beitrags schunkeln würden, begannen die „Sonnenblumen” ganz zart, ganz fein und ganz leicht „Maria durch ein Dornwald ging” zu singen. Beim zweiten Takt war mein Gesicht tränenüberströmt und es schüttelte mich so sehr, dass ich es kaum verbergen konnte, wie sehr mich dieses Lied auf einmal getroffen hat. Mein ganzes Inneres brannte vor Sehnsucht und Heimweh, so plötzlich war mir der Boden unter den Füßen genommen, dass ich micht nicht fangen konnte – erst dann gelang mir ein tiefer Atemzug, als die letzten Töne verklangen.
Was ich nun brauche ist eine katholische Kirche, eine Orgel und ein paar meiner Weihnachtslieder. Und während mich meine musikalische Weihnacht mit sich trägt, werde ich inmitten derer, die ich am liebsten habe, sein.
Ich wünsche all meinen Lesern und Feunden, Bekannten, aber auch allen Unbekannten dieser Welt, dass auch ihnen ein Lied erklingt, dass ihnen die Botschaft der Weihnacht und die Glückseligkeit vergangener Kindheitstage ins Herz zu pflanzen vermag.

Maria durch ein Dornwald ging

Frohe Weihnachten!

Ode an Dresden

Prolog

Wie Phönix aus der Asche ist sie auferstanden. Wie Jesus aus dem Ostergrabe hat sie ihre Trümmersteine zur Seite gerollt und sich einen Weg gebahnt in die Zukunft.
Die Nachricht, die diese Stadt trägt, ist eine Warnung und zugleich eine Hoffnungsbotschaft: Wirkliche Größe kann zwar verletzt, aber nie wirklich zerstört werden.
Es sind Narben, die sie schmücken und Wunden, in denen wir stolpern. Aber sie ist sie selbst geblieben, ihr Stolz ist ungebrochen – zu Recht. Ich widme diese Gedanken als Danksagung an die wunderbarste Stadt der Welt: Dresden.


Du Königin aus Kindheitsmärchen,
so kühl und stolz und schön,
du Elbenstadt aus alten Tagen,
zu lang hab ich dich nicht gesehn.

[Intermezzo I: In der Straßenbahn]

Versuche so auszusehen, wie alle anderen. Versuche mich so zu fühlen, wie alle anderen. Bin auch nur eine Dresdnerin, auf ihrem Weg von irgendwo nach irgendwohin. Gebe mir einen gestressten Eindruck, damit es auch authentisch wirkt.
Ich betrachte die Fahrgäste aus den Augenwinkeln: Alle über 30 schauen wohlsortiert. Alle unter 30 schauen müde.
Auf der Augustusbrücke spüre ich schließlich, dass alles nur ein bisschen anders ist. Eben nur so viel, wie ich diesmal anders bin.

Goldner Reiter, starker Ritter,
sag, wie lang hältst du dich noch?
Reitest du bis ewig weiter?
Und – trägt dein Ross dies schwere Joch?

[Intermezzo II: Am Elbufer]

Die Stadt hat keine Zeit für mich, sie hat zu tun. Aber sie winkt mich dennoch freundlich durch. Kann ja auch nicht von ihr erwarten, mir einen extra Termin zu geben, da hätt’ ich mich anmelden müssen vorher. Und selbst dann… Bin etwas traurig über ihre Kühle, aber ich weiß ja, wie sie’s meint.

Der Anblick deiner goldnen Kuppeln,
die Sicht auf Sempers Opernhaus,
der Weg aus Kies im Zwingergarten,
all das betäubt mich, malt mich aus.

[Intermezzo III: Auf Pflastersteinen]

Gedankenschwämme drücken sich über mir aus. Ihr nasses, unfreundliches Wasser lass ich ungetrocknet, ich genieße es, die Gedanken überall auf der Kopfhaut zu spüren. So ist das Leben, so fühlt es sich an, wenn man es lässt! Nach einer Weile zieht der Wind an meinen Haaren, ich wünsche mir eine Mütze. Statt Strickhelm ergattere ich einen Kaffee. Beim Schlürfen stolpere und falle ich fast, dabei kenn ich diese Steine doch…?!

Grüner Park mit buntem Grase,
im Sommerlicht saß ich einst dort,
mit Freunden, lachend, Pläne schmiedend.
Nun sind sie alle – alle – fort.

[Intermezzo IV: In mir drin]

Einsamkeit ist ein gefährlicher Begleiter. Schon, um sich vor ihr und ihren Tücken zu schützen, sollte man nie unvorbereitet alleine unterwegs sein. Man wird zu schnell übers Knie gehauen, die heimatliche Butter wird einem, ehe man sich versieht, vom Brot genommen. Am schlimmsten sind die eigenen Gedanken, die konfus aus jeder Richtung strömen und den Blick zu vernebeln suchen. Den Blick auf eine Stadt, die ist, wie sie war. Ohne Wenn und Aber. Deren Mauern fest genug stehen, um sich daran anzulehnen. Ein Menschenleben lang.

Dresden, schönste Fürstenstatt,
du hoheitliche Perle.
Dein Schicksal trag ich stets mit mir,
mitten in meiner Seele.

Artikelveröffentlichung „Die Heimat (Pl. die Heimaten)“

Es ist soweit! Mein erster Artikel ist veröffentlicht worden!
„Die Heimat (Pl. die Heimaten)” ist am 21. März in dem ungarndeutschen Wochenblatt „Die Neue Zeitung” veröffentlicht worden. Ich bin sehr froh und glücklich darüber und bekomme sogar Emails von Menschen, die ein ähnliches Schicksal leben. Das ist fast noch schöner, als darüber zu schreiben.
Herzlichen Dank auch an die Redaktion für die Möglichkeit… Es bedeutet mir wirklich viel, eigene Worte in einer hochwertigen Zeitung wiederzuentdecken.
Danke hiermit an all meine Leser, die sich die Mühe machen, mir persönlich ein paar Sätze zu schicken und mir damit zu zeigen, dass dieses Thema nach wie vor hochaktuell ist!

Eure Kathamané

 

 

Die Heimat (Pl. Die Heimaten)

Ehrlich gesagt hüte ich mich meist davor, mir zu viele Gedanken über den Begriff „Heimat“ zu machen. „Zu Hause sein“ ist ein Synonym, das alltäglicher klingt und vielleicht nicht so schwer wiegt. Wikipedia meint dazu:

Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen.

Für mich ist das das „Vaterland“, an das man durch seine Geburt und sein soziales / sprachliches Umfeld gebunden ist. Aber was ist dann mit denen, die ihr Vaterland verlassen? Werden sie zu Heimatlosen, zu Wanderen, die nie ans Ziel gelangen? Und was ist mit all den Deutschen, die in der Geschichte loszogen, um wo anders glücklicher zu werden, die vor Kriegen flohen und schwere Schicksalsschläge durchstehend in fremden Ländern Fuß fassen mussten? Sind sie Deutsche? Wie viel Zeit braucht es, um zu assimilieren, jemand Anderes zu werden? Und … bleibt man Deutsch?

„Vergesse nie den Ort, wo deine Wiege stand. Du findest in der Ferne kein zweites Heimatland.“

Ein Unbekannter formulierte diese Worte, die mir meine Klassenlehrerin aus der Grundschule mit auf den Weg gab. Sind diese Worte wahr? Kann man an einem anderen Ort dieser Welt eine „Heimat“ finden? Oder sind alle Versuche zum Scheitern verurteilt, wird man nie wirklich wo anders hingehören? Ist das eine Illusion, die ich empfinde, wenn ich „daheim“ in Ungarn bin? Und… verliere ich meine alte Heimat irgendwann? Was passiert mit mir nach zwanzig, dreißig Jahren, die ich nicht in Deutschland gelebt habe? Verrotten meine Wurzeln in der Erde, unerkennbar für irgendwen, dass es mich dort einmal gab? Das Lexikon drückt sich rational aus. Und doch sind es einzig und allein Gefühle, die einen binden und leiten. Keine DNA und keine Zelle meines Körpers weist auf mein Deutschsein hin..

Eine große Rolle spielt in der Assimilationsfrage auch das Alter eines Menschen, der „auswandert“. Ich bin mit 18 Jahren nach Ungarn gezogen, habe die Sprache und Kultur studiert, habe mich an zuerst seltsam anmutende Verhaltensmuster und Denkweisen gewöhnt und muss feststellen, diese zum Teil auch übernommen zu haben. Nicht selten jedoch kommt es vor, dass ich „deutsch“ reagiere und Vergleiche ziehe. Wo ist dann bitte mein Zuhause? Bin ich doch zum Teil schon so „angekommen“, weshalb ich mich in Deutschland von Zeit zu Zeit als Außenstehende fühle, weil ich in allem spüre, dass ich den Großteil des Jahres nicht da bin? Doch empfängt mich die alte Heimat, ja, so nenne ich sie, als wäre ich nie weg gewesen, mit einer Selbstverständlichkeit, einer Ruhe, die sagt: „Geh nur, aber komm zurück, dieser Ort ist immer für dich da.“ Es fühlt sich an, als würde man sich nach einer langen Reise endlich ins Bett legen und die Bettwäsche trägt den eigenen Geruch. Nicht fremd, nicht anders. Es riecht nach einem selbst.

Aus Zwang wegziehen zu müssen aus der Heimat muss eine schlimme und grausame seelische wie körperliche Erfahrung sein. Gezwungen alles zu verlassen, neu anzufangen, alles abzubrechen, zu lernen. Viele Kriegsflüchtlinge und Vertriebene berichten von einer Liebe und Dankbarkeit, die sie dem neuen Land gegenüber empfinden, wenn es gut zu ihnen ist, wenn es Arbeit gibt und die Familie überleben kann. Dankbarkeit ist ein wichtiger Schlüsselbegriff, der die Aussiedlung und die neue Heimat zu etwas machen kann, das mehr ist, als nur ein anderes Land. Ich bin dankbar für die Offenheit, Toleranz und Freude, die andere mir gegenüber zeigten, als ich versuchte in Ungarn Fuß zu fassen. Keine Steine gab es da, keine Hürden, nur Menschen, die mir die Hand reichten und mir den ebenen Weg sogar noch leichter machten. Der jugendliche Freisinn, das „Nicht-drüber-Nachdenken“ und das Wissen darüber, dass ich ein Vater-Mutter-Land habe, in das ich jederzeit zurückgehen konnte, ließen mich Ungarn so lieben lernen, wie eine Heimat geliebt werden kann. 

Mein Vaterland ist Deutschland, ein großes, schönes, vielseitiges Land, dessen Sprache und Musik ich schon immer liebte. Es gab nichts schöneres, als in der Dresdner Semperoper Arien zu lauschen, im Theater Mann-Stücke zu besuchen, Gedichte auswendig zu lernen und Romane zu analysieren. Schubert zu spielen, Beethoven zu hören und Weihnachten die alten deutschen Weisen zu singen. Dresden bei Nacht in seiner prachtvollen Schönheit zu betrachten und nicht fassen zu können, an einem so wundervollen Ort zu Hause zu sein. Ein Vaterland ist ein Land, in dem man geboren wurde, in dem man aufwuchs, eingebettet in eine Familie. Was ist also mit meinen Eltern, meinen Geschwistern und Verwandten? Habe ich sie verlassen? Haben sie mich losgelassen? Und bin ich trotzdem ein vollwertiges Familienmitglied, auch wenn ich schon in so mancher schweren oder glückseligen Lebenslage gefehlt habe?

Mein Vater, meine Mutter. Deutsche. Menschen, die mich gelehrt haben, der zu sein, der ich bin. Die mir nicht verboten, über wilde Felsen zu klettern, mir aber tröstend wieder aufhalfen, wenn ich fiel. Ein schmaler Grad in der Erziehung, festhalten, loslassen, festhalten, loslassen. Ich schrieb von Dankbarkeit dem Land gegenüber, dass einen empfängt. Und es muss auch eine Dankbarkeit geben, die denen gilt, die einen losließen. Vielleicht ist das der stärkste Liebesbeweis überhaupt, den eine Mutter ihrem Kind erweisen kann. Ohne Vorwürfe, nur mit einem geflüsterten „Du kannst immer wieder zurück“. Danke.

Und wenn wir schon mal beim Thema Familie sind: Ich habe auch eine kleine Familie, die mich nunmehr an Ungarn bindet. Zweigeteilt? Oder doppelt eins? Doppel-Herz? Ja! Statt ein Körper ohne Arme und Beine zu sein, bin ich ein Mensch, dessen Kopf zwei Sprachen spricht und dessen Herz doppelt so viel Freude und Glück empfinden kann. Hier zu sein macht mich glücklich, jeden Tag. Und aus Deutschland zu kommen, Deutsche zu sein, ebenso. Meinen Kindern möchte ich später auch einmal die Möglichkeit geben, loszufliegen. Ob sie sich als Deutsche oder Ungarn fühlen, oder aber beides sind, das kann man noch nicht sagen. Frei sollen sie sein. Ich werde ihnen vorleben, wie gut und schön und richtig es sein kann, zwei Orte auf der Welt zu haben, die man kennt und liebt. Und hoffentlich kann ich sie auch ziehen lassen…

Lew Tolstoi schrieb einst:

„Glücklich ist der, der zu Hause glücklich ist.“

Auch wenn ich noch viele Jahre hier leben werde, werde ich mich als Deutsche fühlen. Und ich denke, so ist es allen gegangen, die aus verschiedensten Gründen ihre Heimat verließen. Ungarin werde ich nicht, auch wenn ich hundert Jahre hier lebe. Das ist aber gar nicht schlimm. Denn die Ungarn haben eine Lösung für mein Dilemma parat: „Itthon“ – hier daheim und „Otthon“ – dort daheim. Was für ein unfassbar großes Glück.

Um glücklich zu sein an einem anderen Ufer des Weltmeeres braucht es zwei Dinge. Einen, der einen liebt, dort, wo man strandet und einen, der einen liebt, dort, wo man schwimmen gelernt hat.