neue alte liebe

in meinem ohr

tanzt dein lachen

und erzählt vom glück

auf meiner stirn

ruht dein kuss

über frohschweigenden Augen

 

in meiner hand

schmilzt deine haut

wie der winter

auf meinem mund

hängt dein wort

über meinem leuchtenden herz

 

in meinem körper

feiert die liebe

das fest

ihrer auferstehung

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Honig

Ich will die Seele an dir laben,
an deinem Licht sie stillen,
sie mit Süße ganz auffüllen –
wie Bienen ihre Waben.

Mit dir kann ich nur fliegen,
und Abendröte kosten,
Kinderherzen trösten und
mich in Frieden wiegen.

So will und muss ich’s hüten,
dies eine leise Glück,
das wir mit Fleiß bestäuben,
wie Bienen Sommerblüten.

Die letzte Glut

Zu zweit allein, zusammen einsam –
so leben sie wie Zinnsoldaten
angestellt im Dienst der Zeitlosigkeit.
In ihren Gedankenspielen
kreuzen Ideen sich nicht mehr und Wege.

Im Nebel dieser Tage
ist ein jeder leere Hülle
und nach außen hin wie Stein.

Wenn sie sich doch nur drehen könnten,
in diesen Stunden ohne Licht,
sie würde ihr Ohr an seine Eisenbrust legen
und nach seinem furchtbar leisen Herzschlag lauschen
und dann seinen Panzer küssen.

Ihr glühender Kuss würde ein kleines Loch
in seine Jahrzehnte alte Stumpfheit schneiden,
durch das ihr Herz das seine rasch
aufwecken und beatmen könnte.

Mit letzter Kraft und letzter Glut
hofft sie es zu schaffen.
Denn ohne ihn wird ihr immer kälter,
und sie will nicht – jetzt noch nicht –
in sich lebendig erfrieren.

 

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Bildquelle

Jetzt, da es Abend ist

Jetzt, da die Sonne schläft,
lösen tausende Sterne
die Kinder vom Spielen ab
und ich sinke ein
in ein stilles, sanftes Glück.

Jetzt, da wir nur im Halbdunkel sitzen,
löst dein seliges Lächeln
das Knistern des Ofens ab
und ich sinke ein
in mein Kissen aus Abend.

Jetzt, da sich die Nacht ausstreckt,
löst dein schläfriger Körper
den meinen beim Denken ab
und wir sinken ein
in unsere Einzweisamkeit.

Apfelbaum

Streich mir mit deinem Lied durch die Haare,
küss mich mit deinem Wort,
umarme mich mit diesem alten Haus
und lass mich nie mehr von hier fort.

Schenk mir ein Kind deiner Liebe,
oder zwei oder drei oder vier,
und wenn wir alt alle Stürme durchlebt,
setz dich auf diese Bank zu mir.

Dann bleiben wir unterm Apfelbaum sitzen
mit schütterem, weißen Haar,
durch das unsere Lieder noch streichen:
in Strophen, die das Leben gebar.

Federtraum

Die Sterne formen Mitternacht,
der Tag ist fort, vertan.
Leis‘ zerfällt er in tausende Federn
wie ein einsam sterbender Schwan.

Und wir zerfallen ebenso,
wie Glut nach einem Brand,
schweben in tausend Molekülen
und schlafen doch Hand in Hand.

Die Sonne bringt ein Aufersteh’n.
Ich seh‘ im Morgenerwarten:
Du bist mein Haus, mein Dach, mein Herd
und ich, ich bin dein Garten.

Glück

Du, Tochterkind, bist ein Schmetterling,
ein gelb-bunter Schwalbenschwanz,
mitten im Sonnentanz,
den niemand, nur das Licht einfing.

Du, mein Sohn, bist ein Katzenkind,
ein grau-weiß getigertes,
das, denn neugierig ist es,
sucht, woraus alle Dinge sind.

Ihr, meine Kinder, seid mein Firmament
denn ihr habt ein Feuer entfacht
in jener Hoffnungsnacht,
das ewiglich in meiner Seele brennt.

Schwarzstumm


Du schreist, schließt die Tür, der Spiegel bricht.

Ich nehme ihn in die Hand.

Und blick in ein zerrissnes Gesicht,

nur zu erkennen vermag ich mich nicht.

 

Du läufst mir davon, du drehst dich nicht um.

Ich muss glauben, dass du mich hasst.

Starre nur sinnlos vor mich hin,

gekränkt, herzensfahl, seelenstumm.

 

Du lässt auf dich warten, wo bleibst du nur?

Ich komme vor Ungeduld um.

Erkenne in wildestem Stolzgetrotz:

Alles was zählt, ist unser Schwur.

 

Du kommst schließlich heim und öffnest das Tor,

siehst mich traurig und todmüde an.

Ich schweige und schließe das Schloss hinter uns

und gehe dann schwach-glücklich vor.


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