Mondsterben

In dunkelblauer Feentracht
bist du mir nachts erschienen,
in Dunst gehüllt
mit Silberkranz
sah ich dich vor mir knien.

Schweigend nahmst du mich am Arm,
schon schwebt‘ ich über Bäume,
Hand in Hand
mit deinem Licht
im Zauberwald der Träume.

Im Geiste sah ich wie ein Stern
das Gold der Erde zündet,
und wie der Sonne
Diamant
vom neuen Tage kündet.

Da tropft der Morgen schon ins Gras,
der Tau löscht Feuermonde,
während ich
– traumverloren –
segne diese Stunde.

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Morgen

Morgen will ich gut nur zu euch sein,
kein einziges böses Wort aussprechen,
kein Spiel durch lahme Moral ersticken,
keinen Unmut an euch richten.

Morgen will ich lachen nur und küssen,
will Wünschen nur gehorchen,
will Zeit zurück in Uhren sperren,
in heißen Sand Gespenster malen,
Spaghetti zutschen, Tee laut schlürfen
und Puppenwagen schieben.

Ich will mich auch mit schmutzig machen,
vollgekleckert Käfer taufen
und den Kindersonnentag
glücktrunken eure Hand nur halten.

Abends will ich stundenlang
erzählen und das Mondlied singen,
will bei euch sitzen bis ihr schlaft
um heimlich euch die Stirn zu küssen.

…dabei im Dunkel müdeschwer
Gott innig für euch danken,
der mich für gut genug erdacht
euch Engel zu begleiten.