Premiere von „Equus“ der DBU am 5. Oktober 2014

Die Bühne ist in blaurotes Licht getaucht, Holzkästen dienen als Requisite, dazu ein paar Holztüren – Stalltüren – und ein Podest in der Mitte. Traurig-melancholische Musik ertönt, während die Schauspieler auf die Bühne treten, im Hintergrund Patz nehmen und ein einzelner Lichtstrahl auf eine der Hauptfiguren fällt:

„Du bist die letzte Chance für den Jungen!“ (Hesther zu Dysart)

Der Psychiater Martin Dysart (ausdrucksstark gespielt von Michael Kehr) hat weder Zeit, noch Lust für diesen neuen Fall, doch seine wertgeschätzte Kollegin, Hesther (absolut glaubhaft gespielt von Ildikó Frank), lässt nicht locker, denn sie weiß: Er ist der einzige, der diesem seltsamen Jungen helfen kann. Dessen Tat ist so schrecklich und so unerklärlich, dass der Zuschauer von der ersten Minute an gefesselt ist: Alan Strang (so jung, so begabt! -Sebastian Blechinger), ein 17jähriger Junge, hat in dem Reitstall, in dem er arbeitet, 4 Pferden die Augen mit einem Hufkratzer ausgestochen. Das Paradoxe daran: Er liebt, ja verehrt diese Tiere… Wie konnte es denn dazu kommen? Was ist geschehen?

„Equus…Equus!“ (Alan)

Der Titel des Stücks von Peter Shaffer, welches am 5. Oktober 2014 an der Deutschen Bühne Premiere hatte, hallt von den Wänden wider. Auf der Bühne liegt ein sich windender Junge, der in einem tiefen Albtraum gefangen „Equ!” schreit – so lange, bis er vom Pfleger (überragend in all seinen Rollen: Andrzei Jaslikowski) geweckt wird.
Vor den Augen des Publikums beginnt sich eine dramatische Krimigeschichte zu entwickeln, bei der die beiden Protagonisten nicht nur der Bluttat auf die Spur, sondern auch sich selbst und einander näherkommen. Die Parallelität des Stücks schafft Momente, in denen auf der Bühne gleichzeitig Erinnerungen und ein aktueller Erzählungsstrang zu sehen sind. Diese sind so klar und eindeutig gestaltet, dass der Zuschauer durch den Wechsel an Jetzt und Gestern noch tiefer in die Geschichte hineingezogen wird. Die minimalistische Requisite, die geringe Zahl an Schauspielern, Licht, Musik – alles unterstützt nur und lässt das Hauptaugenmerk auf dem Dialog zwischen Alan und seinem Psychiater ruhen.

„Religion ist das einzige Problem in unserer Familie, aber es ist unlösbar.“ (Frank zu Dysart)

Im Laufe der Therapie löst sich die Zunge des Jungen mit dem bösen Blick: Geständnisse und Einzelheiten kommen ans Licht, wie zum Beispiel das zarte Verhältnis Alans zu der jungen hübschen und vorwitzigen Jill (bezaubernd dargestellt von Melissa Hermann). Auch seine Eltern Dora (Kata Lotz) und Frank (Kilian Klapper) – beide intensiv und fantastisch gespielt – kommen zu Besuch, um Dysart über Geheimnisse und Seltsamkeiten Alan betreffend einzuweihen. Dieses Puzzle aus Erzähltem, Vorgespieltem und Erahntem macht das insgesamt drei Stunden währende Stück nicht für eine Sekunde langweilig.
Es ist ein Stück mit einer gewaltigen Nachricht, die das kleine Theater bis in seine letzte Ritze ausfüllt. Niemand kann sich diesem Strudel an Schuldgefühlen, Leidenschaft, Trotz, Hoffnung, Liebe, Verdrängen und Geheimnisvollem entziehen. Die Geschichte ist nicht nur eine über die Beziehung zwischen Mensch und Pferd, es ist gleichzeitig die Geschichte über Mensch und Gott, über Mann und Frau, über Mutter und Kind, über Dämonen und Engel, über Jung und Alt. Die Kernfrage schlechthin lautet: Wer oder was ist normal? Und ist normal gut? Wenn ja, gut für wen?

„Zweifel trage ich seit Jahren mit mir herum.“ (Dysart)

Beide Hauptfiguren haben ihre Teufel, ihre Dämonen, die von ihnen Besitz ergriffen haben. Die emotionale Handlung besteht aus Selbstzweifeln auf Seiten Dysarts und aus Aufarbeitung bei Alan, der unter der Anbetung seines Gottes, Equus, leidet. Wie ein „X“ von dessen unteren Ende sich Alan mit Hilfe seines Therapeuten nach oben kämpft, in die normale Welt. Und von dessen oberen Ende aus Dysart immer mehr die eigenen Augen aufgehen. Er fällt langsam nach unten, hat schlimme Albträume. In der Schlüsselszene treffen beide in der Mitte des „X“ aufeinander, halten sich, erkennen sich. Das Ende selbst ist offen, was unter Anderem dazu beitragen wird, dass dem Zuschauer dieses Stück sehr lange nicht aus dem Kopf gehen wird.

Die gefühlsmäßig tiefgreifende und aufrüttelnde Inszenierung des weltberühmten Stücks von Peter Shaffer, das 1975 mit dem Tony Award für das beste Theaterstück geehrt wurde, ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Theater(off)ensive Salzburg mit der Deutschen Bühne Ungarn, die schon im Jahr 2011 mit der Ausarbeitung des Stückes „Wallenberg“ Früchte trug. Dem Ensemble ist anzumerken, dass die Kooperation mit dem Regisseur Alex Linse eine zwar sehr intensive, aber auch sehr positive Erfahrung für alle Beteiligten war. Dem Szekszárder Publikum jedenfalls blieb vorerst die Spucke weg. Doch nach einem tiefen Atemzug wurden die Schauspieler mit einem ehrlich berührten, kräftigen Applaus belohnt. Bleibt zu hoffen, dass dieses Stück noch viele Zuschauer haben wird und die kommenden Aufführungen in Szekszárd, wie in Salzburg, genau so erfolgreich und beeindruckend gelingen werden.

Mitwirkende:

Dysart – Michael Kehr
Alan – Sebastian Blechinger
Hesther – Ildikó Frank
Dora – Kata Lotz
Jill – Melissa Hermann
Frank – Kilian Klapper
Mr. Dalton, Pfleger, junger Reiter – Andrzei Jaslikowski
Pferde – Ildikó Frank, Kata Lotz, Kilian Klapper, Andrzei Jaslikowski

Regie und Bühnenbild: Alex Linse
Masken: Andrea Linse

Premiere: 05. 10. 2014
Anfang der Probezeit: 08. 09. 2014

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Premiere von „Bandscheibenvorfall – ein Abend für Leute mit Haltungsschäden“

Am 5. April 2014 fand in der Deutschen Bühne in Szekszárd die Premiere des aus der Feder von Ingrid Lausund stammenden Stückes „Bandscheibenvorfall – ein Abend für Leute mit Haltungsschäden” statt. Der Titel ließ schon erahnen, dass dies kein leicht verdaulicher Brocken werden würde. Moralisch wie psychologisch eine tiefgreifende Reise der Gefühle – das war es, was den Zuschauer erwartete.

Das Stück ist bereits im Gange. Rechts und links der beleuchteten Tür mit der Aufschrift „Boss“ befinden sich große dreidimensionale Textreihen, die Sätze wie „Never cry in puplic again“ (Werde nie wieder in der Öffentlichkeit weinen) enthalten. Als Kulisse dienen neben der riesigen Bürotür große weiße Buchstaben, die je nach Szene verschiedene Funktionen erfüllen. In dieser Eingangsszene bilden sie Sitzmöglichkeiten für die sich fiebernd auf ein Gespräch vorbereitenden Personen und einen Stehtisch, an dem Kaffee getrunken wird.
Die fünf Protagonisten sind hektisch und aufgeregt dabei, einige der vielen auf der Bühne befindlichen Ordner zu durchwühlen, Papiere zu sortieren und sich bestmöglich vorzubereiten. Verbale Kommunikation zwischen Ihnen findet nicht statt, doch ist eindeutig, dass es sich um Rivalen handelt, um Konkurrenten, die kein gemeinsames Ziel verfolgen.
Die Spannung nimmt durch die Stille noch zu, als sich alle stumm vor dem Büro aufstellen und auf das Zeichen zum Eintritt warten. Nach und nach muss jeder einzeln in die „Höhle des Löwen“.
Der Boss, für den Zuschauer nur eine Vision, behandelt seine Mitarbeiter wie Marionetten. Die fünf Stereotypen: Die taffe, aber intrigante Businessfrau Schmitt (Christine Heller), der bis aufs kleinste Detail vorbereitete und selbstbewusste Karrierist Hufschmidt (Robert F. Martin), die kompetente und freundliche Kollegin Kristensen (Kata Lotz), der angepasste Witzemacher und Kaffeeverteiler Kretzky (Raphael Gregor Koeb) und der liebenswürdige, schwache, alles Schön redende Kruse (Michael Kehr) müssen teils einzeln, teils in Gruppen Aufgaben erfüllen. Ihr Versagen beim Chef überspielen sie, wenn sie noch die Kraft dazu haben, um vor den Anderen gut dazustehen (was mit reichlich Galgenhumor dargestellt wird, als Kristensen zum Beispiel mit einem Lächeln im Gesicht – und einem Messer im Rücken – aus dem Chefbüro kommt). Auch wenn menschliche Gefühle füreinander oder das Suchen von positiven Eigenschaften im Anderen in Nuancen existieren, schenkt keiner dem Anderen auch nur eine Minute, alle kämpfen mit Ellenbogen um die berufliche Anerkennung, die scheinbar immer ausbleibt. Teamarbeit, Menschlichkeit, Zufriedenheit? Fehlanzeige. Stattdessen: Lügen, Gewalt und Katzbuckeln.
Das Lachen fällt einem trotz der vielen humoristischen Elemente schwer und wenn es doch hervorbricht, hat man entweder ein schlechtes Gewissen (da es auf Kosten eines der Charaktere geschieht) oder es bleibt einem auf halbem Weg im Halse stecken. Es ist deprimierend diesem Menschen-Zoo beim Agieren zuzuschauen. Noch deprimierender wird es, als die Fassade trotz aller Übertünchung und Maskierung bei jedem nach und nach zu bröckeln beginnt: In emotionalen Monologen brechen Ängste, Abgestumpftheit und tiefe seelische Verletzungen hervor. Der Preis für die berufliche Anerkennung scheint zu hoch zu sein: Eigene Gedanken und Gefühle gibt es nicht mehr, das Innere eines jeden ist komplett ausgebrannt.
Zum ersten Mal sind sich die 5 einig: Es reicht! Sie gehen („ganz weit weg“). Doch dem Zuschauer ist vollkommen klar: Das sind nur leere revolutionäre Parolen, diese fünf sind durch ein unsichtbares Band für immer an ihre Arbeit und die damit verbundene Erniedrigung gebunden. Warum? Warum nur?

Die mit Übertreibung, Ironie und schwarzem Humor getränkte Inszenierung von Cristian Ban kann sich absolut sehen lassen: Er weiß genau, wie er Alltagskrieg, persönliche Gefühle und unmenschliches Miteinander darstellen muss, um den Zuschauer zu fesseln, mitzureißen und die thematischen Inhalte des Stückes wirkungsvoll an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Mit seinem minimalistischen und gleichzeitig genial-funktionalem Bühnenbild, mit einem Paradoxon aus intimen und menschlichen Szenenbildern (z.B. auf der Toilette oder beim Bohren in der Nase) auf der einen Seite und animalischen Situationen (z.B. als sich die Menschentiere daran machen, die Eingeweide ihres Mitkollegen zu fressen) auf der anderen, mit einem fesselnden Dialogtempo und unglaublich intensiver Spielenergie wird dieses Stück zu einem modernen und aufwühlenden Theatererlebnis, das noch lange nachwirken wird.

Das Musical-artige Ende bringt keine Erlösung, der Zuschauer bleibt angespannt zurück. Zum Glück: Denn was könnte eine bessere Aussagekraft haben, als das sich im Kreis drehende und schemaartige Verhalten dieser Menschen, die, obwohl sie erkennen, dass sie so viel von sich selbst verloren haben, sogar das Ausbrechen und damit die letzte Hoffnung aufgeben. Um weiter zu katzbuckeln, denn ein krummes Rückgrat kann eben nicht wieder geradegebogen werden.

Die Genialität des Stückes wird besonders dadurch unterstrichen, dass spürbar ist, dass die Erarbeitung für alle Beteiligten bereichernd war und dass die Schauspieler ihre Charaktere nicht nur mit Know-how, sondern mit Freude zum Leben erwecken. Das Ergebnis ist eine Vorstellung von hoher künstlerischer Qualität, die in jedem Theater dieser Welt ihren Mann stehen könnte. Eine beeindruckende Bühnenleistung also, die – im Gegensatz zu ihren Protagonisten – aufrecht, souverän und direkt daherkommt.

Besetzung:

KRETZKY – Raphael Koeb
HUFSCHMIDT – Robert Martin
SCHMITT – Christine Heller
KRISTENSEN – Kata Lotz
KRUSE – Michael Kehr

Regie : Cristian Ban
Bühne und Kostüme: Albert Alpár
Premiere : 05. April 2014

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Ein Sommernachtstraum (Szentivánéji álom) – Premiere der DBU am 21. Februar 2014

Endlich wieder Theater! Und was für welches! 

Am 21. Februar 2014 war es endlich soweit: Die DBU präsentierte die Premiere von Shakespeare’s „Ein Sommernachtstraum”. Beim Eintritt in den kleinen Saal wurde die Vorfreude der Zuschauer bereits beim Anblick der herrlichen Kulisse gesteigert. Blau-bunte transparente Bilder und ein kühles Licht machten den Blick auf die Bühne bereits zu einem Erlebnis. Hinter dieser konnte man Lachen und Fluchen vernehmen. Schnell füllte sich der Zuschauerraum und das Stück begann.

Die Eröffnungsszene zeigt Theseus, den Herzog von Athen (humorvoll und überzeugend gespielt von Michael Kehr) und Hyppolita, die Königin der Amazonen (gespielt von Christiane Heller). Die Hochzeit der beiden steht kurz bevor. Bald stoßen die Athener Egeus (gespielt von Károly Sili), dessen Tochter Hermia (Caroline Schneider) und ihr Liebster Lysander (Raphael Köb) dazu. Der Streit um die Vermählung Hermias entbrennt und der Herzog von Athen beschließt schließlich, dass diese Demetrius (Horgász Dezső) heiraten soll, der bei ihrem Vater Egeus bereits um ihre Hand angehalten hatte. Hermia will ihn nicht heiraten, da sie Lysander liebt und Demetrius vor ihr schon mit Helena (Ildikó Frank), ihrer Freundin, verlobt war. Theseus gibt der jungen Frau vier Tage für ihre Entscheidung: Entweder soll sie Demetrius heiraten oder aber ein Leben in einem Nonnenkloster leben beziehungsweise sterben. 

Die Verzweiflung der Liebenden ist groß, doch sie schmieden einen Plan: Des Nachts wollen sie aus Athen fliehen. Helena verrät die geplante Flucht an Demetrius, den sie anhimmelt und sich von ihm Dankbarkeit und erwiderte Gefühle erhofft.

In der nächsten Szene sieht man Athener Schauspieler (Zettel: Robert F. Martin, Flaut: Tom Pilath, Schlucker: Károly Sili) beim Kartenspiel, die Besuch von Petra Squenz (Kata Lotz) erhalten. Diese berichtet ihnen von einem neuen Stück, „Pyramus und Thisbe”, das sie bis zur Hochzeit Theseus’ einstudieren wollen. Nach kurzer Zurückhaltung gegenüber der Intensität des Spiels von Robert F. Martin gewinnt er das Publikum für sich und der Zuschauerraum ist von hellen Lachern erfüllt. Die Schauspieler klären die Rollenverteilung und besprechen eine Probe im nahen Wald für die folgende Nacht.

Doch nicht nur die jungen Liebenden und die Schauspieler streifen in dieser Nacht im Wald herum. Auch der Elfenkönig Oberon und seine Frau Titania, die Königin der Elfen, erscheinen auf der nunmehr weiß-verträumt geschmückten Bühne. Sie streiten sich um ein Menschenkind, das sie in ihr Gefolge aufnahmen und das Oberon für sich beansprucht. Puck (entzückend gespielt von Raul Ionescu), der Elfenjunge, hilft Oberon Titania einen Streich zu spielen: Der Nektar einer bestimmten Blume, die einst von Amors Pfeil getroffen wurde, bringt die Elfenkönigin dazu, sich in den Nächstbesten zu verlieben, der ihr begegnet. Aber Oberon beobachtet nicht weit von dieser Stelle den entbrandten Streit der jungen Athener. Also gibt er Puck den Auftrag, die Augen dessen mit dem Nektar zu benetzen, der vor einer jungen Athenerin verfolgt wird. Leider verwechselt Puck Lysander mit Demetrius, sodass Hermia allein im Wald aufwacht. Lysander hat sie auf der Suche nach Helena, in die er nun verliebt ist, verlassen.

Während das arme Mädchen weinend und verzweifelt nach ihrem Liebsten sucht, beginnt die Probe der Schauspieler für das Stück „Pyramus und Thisbe”. Der freche und listige kleine Puck verwandelt den Kopf Zettels in einen Esel. Die darauffolgenden Minuten sind von lauten Lachern erfüllt, die aus dem Publikumssaal zur Bühne heraufklingen. Der Esel wird so herrlich, witzig und charakteristisch gespielt, dass der Zuschauer mit den Tränen kämpfen muss, als schließlich Titania aufwacht und sich auch noch in ihn verliebt. Die Komödie ist in vollem Gang!

Verwicklungen entstehen, der Nektar zeigt seine Wirkung. Lysander rennt Helena hinterher, Hermia versteht die Welt nicht mehr und die Elfenkönigin ist in einen Esel vernarrt…

Oberon löst den Spuk in Luft auf, indem er Puck (der während des Stücks zum Publikumsliebling mutiert, da er nicht nur wunderbar listig und gewitzt ist, Gestik und Mimik für sein junges Alter hervorragend einzusetzen weiß, sondern auch ein sehr niedliches Deutsch spricht) befiehlt, alles rückgängig bzw. Demetrius in Helena verliebt zu machen. So erwachen schließlich alle und sind glücklich (und) verliebt.

Die letzte Szene sorgt für Bauchmuskelkater: Die Schauspieler aus Athen führen bei der Hochzeit von Theseus und Hyppolita ihr Stück auf. Alle Teilnehmer: Pyramus, der Löwe, die Wand und Thisbe erweisen sich als schlechte Schauspieler, doch spielen sie mit einer Hingabe, Demut und Freude am Spiel, dass sie die Sympathie des Hofstaates für sich gewinnen können. Große Künstler der Kömödie stecken wiederum in denen, die diese Figuren zum Leben erweckt haben: Die Schauspieler der DBU zeigen in dieser letzten Szene alles, was eine gute witzige Szene braucht. Das Publikum lacht mit Theseus und seinem Hochzeitsstaat.

Der Beifall aus dem Saal ist ehrlich und kräftig, obgleich er auch länger hätte sein können. Das Bühnenbild war (wie immer) kreativ und anspruchsvoll. Während des Umbaus tanzten die Kulissen Walzer, was einmal mehr die Spielfreude der Schauspieler und Regieleute unter Beweis stellt.

Besonders bunt wird die Produktion durch den Wechsel zwischen shakespearischer Sprache (Athener, Elfen) und modernem Deutsch (Schauspieler). Dem ein oder anderen Zuschauer schlägt beim Hören einiger Reime und Weisheiten des großen englischen Meisters das Herz schneller…

Das Ensemble unter der Regie von Florin Gabriel Ionescu hat an diesem Abend eine Glanzvorstellung gegeben, die es wert wäre, noch einmal besucht zu werden. Allein schon, um mal wieder richtig herzlich zu lachen.

Danke an die, die viel Herzblut und Freude in diese tolle Vorstellung gesteckt haben. Den „Sommernachtstraum” sollte man unbedingt gesehen haben!

Fotogalerie

Besetzung:

THESEUS –  Michael Kehr
HIPPOLYTA  – 
Christine Heller
PHILOSTRAT –  Raul Ionescu
EGEUS –  Károly Sili
LYSANDER – 
Raphael Köb
DEMETRIUS –  Dezső Horgász
HELENA – 
Ildikó Frank
HERMIA – 
Caroline Schneider
OBERON – 
Michael Kehr
TITANIA – 
Christine Heller
PUCK –  Raul Ionescu
ZETTEL (Pyramus) – 
Robert Martin
FLAUT (Thisbe) – 
Tom Pilath
SQUENZ, Wand, Mond  – 
Kata Lotz
SCHLUCKER, Löwe – Károly Sili

REGIE: Florin Gabriel Ionescu

Weitere Informationen zum Stück und zum Spielplan der DBU finden Sie hier.