Wie wilder Wein

Wie purpurroter wilder Wein
rank ich mich durch nachtschweres Herbstlicht.
Verhalten, im Stillen,
löst sich Blatt um Blatt
und sinkt seufzend im Wind zur Erde.

Doch der wilde Wein trauert nicht
um seine farbenfrohen tausend Kinder.
Er lässt sie los,
eins ums andere
und fällt in einsamen, tiefen Schlaf.

Er weiß: Die Zeit wird kommen,
die Zeit für seine knorrigen, bloßen Arme,
wenn diese Knospen treiben
überall, immer mehr
und er stolz sie nährt und hält.

Wie purpurroter wilder Wein
rank ich mich durch nachtschweres Herbstlicht.
Verhalten, im Stillen
will ich sein, wie er,
der weiß, dass die Sonne naht.

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